Warum ein Konzeptcheck auch die Lieferzeit der Materialien prüft

Ein Konzeptcheck prüft für viele vor allem Statik und Sicherheit. Genauso wichtig ist oft eine ganz andere Frage, ob das geplante Material überhaupt rechtzeitig ankommt.

Ein Beispiel aus der Planung

Ein Entwurf sieht eine Wandverkleidung aus einem bestimmten Furnier vor, optisch passend zur Marke, technisch unbedenklich. Erst eine Rückfrage beim Lieferanten zeigt, dass dieses Furnier in der benötigten Menge eine Vorlaufzeit hat, die länger ist als die Zeit bis zum geplanten Aufbau.

Warum der Konzeptcheck diesen Punkt oft nicht abdeckt

Ein Konzeptcheck konzentriert sich naturgemäß auf das, was sich an der Konstruktion prüfen lässt, Statik, Standsicherheit, Brandschutz. Die Verfügbarkeit eines Materials gehört streng genommen nicht zur technischen Prüfung, entscheidet aber genauso darüber, ob der geprüfte Entwurf überhaupt gebaut werden kann.

Was viele dabei annehmen

Viele gehen davon aus, dass ein Material verfügbar ist, solange es sich im Katalog eines Lieferanten findet. Katalogverfügbarkeit und tatsächliche Lieferzeit zur geplanten Menge sind aber zwei unterschiedliche Fragen, die erst mit einer konkreten Anfrage beim Lieferanten beantwortet werden.

Wie ich diese Frage in die Prüfung einbaue

Sobald ein Entwurf ein Material enthält, das nicht zur Standardausstattung des Messebauers gehört, frage ich parallel zur technischen Prüfung nach einer verbindlichen Lieferzeit. Diese Anfrage läuft nicht über mich, sondern über den Messebauer oder das Unternehmen selbst, ich halte nur fest, wann die Antwort vorliegen muss.

Was passiert, wenn diese Klärung fehlt

Fehlt diese Klärung, zeigt sich das Problem oft erst wenige Wochen vor der Messe, wenn für eine Nachbestellung oder einen Materialwechsel kaum noch Zeit bleibt. Zu diesem Zeitpunkt sind die Alternativen meist teurer oder weniger passend als zu Beginn der Planung.

Ein zweites Beispiel

Bei einem anderen Projekt war eine bestimmte Oberflächenbeschichtung für eine Thekenfront vorgesehen, die nur von einem einzigen Hersteller in der gewünschten Farbe angeboten wurde. Die Lieferzeit dieses einen Herstellers lag deutlich über dem geplanten Zeitfenster, eine alternative Beschichtung musste kurzfristig gefunden werden.

Was bei importierten Materialien zusätzlich gilt

Bei Materialien, die importiert werden, kommt zur reinen Lieferzeit noch die Unsicherheit der Transportkette dazu. Ich frage in diesen Fällen nach einem zeitlichen Puffer, der über die reine Lieferzeit hinausgeht, nicht nur nach dem offiziellen Liefertermin.

Warum ich auch nach der Mindestbestellmenge frage

Neben der Lieferzeit frage ich auch nach der Mindestbestellmenge, denn manche Materialien sind zwar grundsätzlich verfügbar, aber nur ab einer Menge, die für eine einzelne Standfläche unwirtschaftlich groß ist. Dieser Punkt fällt sonst oft erst bei der konkreten Bestellung auf.

Was bei einer Sonderanfertigung zusätzlich gilt

Bei einer Sonderanfertigung, die eigens für den Stand hergestellt wird, lässt sich keine allgemeine Lieferzeit nachschlagen, weil es noch kein vergleichbares fertiges Produkt gibt. Hier frage ich stattdessen nach einer Zwischenabnahme, einem Termin, an dem der Hersteller den aktuellen Fertigungsstand zeigt, bevor die gesamte Produktionszeit verstrichen ist.

Was eine frühe Reservierung beim Lieferanten verändert

Bei stark nachgefragten Materialien reicht eine bloße Anfrage oft nicht aus, weil die tatsächliche Lieferzeit auch davon abhängt, wie viele andere Projekte denselben Lieferanten zur gleichen Zeit anfragen. Eine frühe, verbindliche Reservierung der benötigten Menge verändert die Position in dieser Warteschlange erheblich.

Wann diese Klärung am sinnvollsten ist

Am sinnvollsten ist diese Klärung in dem Moment, in dem ein ungewöhnliches Material zum ersten Mal im Entwurf auftaucht, nicht erst, wenn der Entwurf bereits final freigegeben ist. Ein Materialwechsel fällt in einer frühen Planungsphase leichter als kurz vor dem Aufbau.

Was ich von einem guten Lieferanten erwarte

Ein verlässlicher Lieferant nennt eine Lieferzeit konkret und mit einem Datum, nicht mit einer vagen Zeitspanne wie in der Regel. Bleibt die Antwort unbestimmt, frage ich gezielt nach einem spätesten Bestelldatum, ab dem die ursprünglich genannte Lieferzeit nicht mehr gilt.

Was das für die Verantwortung auf der Baustelle bedeutet

Ein verspätetes Material betrifft am Ende nicht nur den Messebauer, sondern auch die Bauleitung vor Ort, die mit einem unvollständigen Material arbeiten muss. Deshalb gehört diese Frage für mich genauso zur Prüfung wie die Statik der Konstruktion selbst.

Was das schon für die Angebotsphase bedeutet

Schon in der Angebotsphase frage ich deshalb, welche Materialien im Entwurf bereits als kritisch bekannt sind, damit die Lieferzeit nicht erst nach der Zusage zum Thema wird. Eine frühe, klare Antwort darauf sagt oft mehr über die Zuverlässigkeit eines Anbieters als der reine Angebotspreis selbst.

Ein Entwurf ist nicht nur dann sicher, wenn die Konstruktion trägt. Er ist erst dann sicher, wenn auch das Material rechtzeitig da ist, um sie zu bauen.

Wenn Sie ein Material oder eine Konstruktion vor der Zusage auf Verfügbarkeit und Lieferzeit prüfen lassen möchten, schreiben Sie mir über die Kontaktseite auf peterholubec.de.