Wer liefert eigentlich den Nachweis, dass der Stand sicher steht?

Wenn die Messegesellschaft nach einem Nachweis zur Standsicherheit fragt, ist das keine schlechte Nachricht. Es ist eine Frage mit einer klaren Antwort, und die lässt sich lange vorher festlegen.

Unangenehm wird sie nur, wenn sie zum ersten Mal gestellt wird, während der Aufbau schon in Sichtweite ist.

Die Frage kommt bei Ihnen an, nicht bei der Konstruktion

So läuft es in vielen Projekten. Die Rückfrage erreicht den Aussteller, also die Person im Marketing oder in der Assistenz, die die Messe organisiert. Diese Person leitet sie an den Messebauer weiter. Der Messebauer fragt beim Konstrukteur nach, der Konstrukteur fragt zurück, welche Unterlagen genau verlangt werden, und in der Zwischenzeit hat niemand die Vorgaben der Messe gelesen.

So vergehen zwei Wochen mit Weiterleitungen.

Was in diesen zwei Wochen nicht passiert: Es rechnet niemand, es zeichnet niemand, und an der Konstruktion ändert sich nichts. Genau das wäre aber die Arbeit gewesen.

Was verlangt wird, steht in den Unterlagen der jeweiligen Messe

Jede Messegesellschaft gibt Vorgaben für den Standbau heraus. Sie sind nicht überall gleich, und sie werden überarbeitet. Deshalb bringt es wenig, sich zu merken, wie es beim letzten Mal war.

Ich lese diese Unterlagen am Anfang eines Projekts und nicht am Ende. Es sind wenige Punkte, die schnell klar sind. Ab welcher Höhe etwas nachzuweisen ist. Was für freistehende Wände gilt, was für Podeste und Treppen. Was für alles gilt, was über Kopfhöhe hängt. Und was zu tun ist, wenn ein zweites Geschoss geplant ist.

Diese Antworten kosten am Anfang eine Stunde. Am Ende kosten sie eine Woche, manchmal auch eine Umkonstruktion.

Ob der Nachweis aufwendig wird, entscheidet der Entwurf

Das ist der Punkt, den ich am häufigsten erkläre. Ein Nachweis wird nicht dadurch schwierig, dass jemand ein Formular ausfüllt. Er wird dadurch schwierig, dass eine Konstruktion nachträglich gehalten werden muss.

Eine Wand, die hoch ist und wenig Tiefe hat, braucht etwas, das sie stehen lässt. Das kann eine Strebe nach hinten sein, ein beschwerter Fuß, eine Verbindung zur Nachbarwand oder ein anderer Zuschnitt. Wird das früh mitgedacht, sieht man es dem Stand später nicht an. Kommt es spät dazu, steht plötzlich eine Strebe im Gang, und der Stand sieht anders aus als auf der Visualisierung.

Dasselbe gilt für alles, was hängt. Ob etwas an der Hallendecke befestigt werden darf, wie schwer es sein darf und wer es hängt, hängt an der Halle und nicht am Wunsch. Wenn ein Ring über der Fläche vorgesehen ist, gehört diese Frage in die erste Woche der Planung und nicht in die letzte.

Wer den Nachweis am Ende liefert

In aller Regel kommt er von der Seite, die konstruiert. Das ist der Messebauer oder ein Ingenieurbüro, das er beauftragt. Geprüft wird dort, wo die Messe es vorgibt.

Für Sie als Auftraggeber ist eine andere Frage wichtiger. Wer behält es im Blick.

Der Messebauer hat in derselben Woche mehrere Stände. Die Rückfrage der Messe landet aber bei Ihnen. Und zwischen diesen beiden Punkten gibt es in vielen Projekten niemanden, der sich zuständig fühlt.

Das ist die Stelle, an der ich stehe. Ich sorge dafür, dass die Anforderung früh bekannt ist, dass die Konstruktion dazu passt und dass die Unterlagen da sind, bevor jemand sie anmahnt. Nicht weil das kompliziert wäre. Sondern weil es sonst zwischen zwei Schreibtischen liegen bleibt.

Was passiert, wenn die Unterlagen zu spät kommen

Der teuerste Fall ist nicht der, in dem etwas fehlt. Der teuerste Fall ist der, in dem es in der Halle auffällt.

Ich habe erlebt, dass ein Stand kurz vor der Öffnung angesehen wurde und danach nachgearbeitet werden musste. Zu diesem Zeitpunkt ist alles ungünstig. Das Material ist verbaut, die Monteure sind eingeteilt, die Halle füllt sich, und die Werkstatt ist mehrere hundert Kilometer entfernt. Was in der Planung eine Zeichnung gewesen wäre, ist jetzt eine Improvisation, die man später sieht.

Deshalb behandle ich diesen Punkt nicht als Verwaltung, sondern als Teil der Konstruktion. Er gehört in dieselbe Woche, in der über Bauweise und Material entschieden wird.

Drei Fragen für Ihre nächste Planung

Fragen Sie früh, wer bei Ihnen die Vorgaben der Messe gelesen hat. Fragen Sie, ob jemand die Konstruktion daraufhin angesehen hat. Und fragen Sie, bis wann die Unterlagen eingereicht sein müssen, nicht bis wann sie fertig sind.

Wenn Sie auf alle drei Fragen eine Antwort mit einem Namen bekommen, ist der Punkt erledigt und Sie können ihn vergessen.

Wenn Sie auf eine Frage keine Antwort bekommen, wissen Sie jetzt, welche Woche im Frühjahr unruhig wird.

Ein Nachweis ist kein Papier am Ende. Er ist eine Entscheidung am Anfang.

Wenn Sie gerade planen und diese Antwort bei Ihnen niemand hat, schreiben Sie mir über die Kontaktseite auf peterholubec.de.